Speichergarten-Rechner

CO₂-Senkenleistung von Gartenflächen

Dieses Tool schätzt, wie viel CO₂ die Freifläche eines privaten oder kommunalen Gartens in seiner Biomasse speichert und wie viel jährlich neu gebunden wird.*

Das Tool liefert eine erste, datengestützte Einschätzung der CO₂-Senkenleistung einer konkreten Fläche. Die Berechnung basiert auf wissenschaftlichen Referenzwerten für Boden, Vegetation und Gehölze und unterscheidet zwischen zwei Größen: dem aktuellen Speicher, also dem bereits in der Biomasse gebundenen CO₂, und dem jährlichen Zuwachs (Sequestrierung) – der Menge, die Jahr für Jahr neu hinzukommt.

Natürlich kommt es bei der CO2-Speicherleistung von Gärten auf die Bewirtschaftung und Pflege an. Diese Faktoren bleiben in diesem Rechner unberücksichtigt, ebenso wie andere spezifische lokale Faktoren, etwa Bodenbeschaffenheit und Niederschlag. Für Hinweise zum Thema Pflege, werfen Sie einen Blick auf die senkenrelevanten Maßnahmen, die im Klimagarten-Projekt zusammengetragen wurden (in Kürze verfügbar).

Bestandserfassung

Ohne Gebäudeflächen, Pools oder Teiche

m²

Ergebnis

Zuwachs
0kg/Jahr
Jährlicher CO₂-Speicherzuwachs
CO₂-Speicher
0kg CO₂
In Biomasse gebunden
Zuwachs nach Typ
Speicher nach Typ
Zuwachs pro Kategorie (kg CO₂/Jahr)
Noch keine Flächen erfasst
Speicher pro Kategorie (kg CO₂)
Noch keine Flächen erfasst
Speicher in 5 / 10 / 20 Jahren
In 5 J.
0
kg CO₂
In 10 J.
0
kg CO₂
In 20 J.
0
kg CO₂

* Vereinfachte lineare Hochrechnung bei gleichbleibendem Bestand. Altersabhängiges Wachstum und Speichersättigung sind nicht berücksichtigt; die Langfristwerte dienen der groben Orientierung. Die Literaturgrundlage deckt einen Speicherzyklus von bis zu 20 Jahren ab.

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Tragen Sie oben den Bestand Ihrer Freifläche ein, um eine Einschätzung der CO₂-Senkenleistung zu erhalten.

Maßnahmenkatalog – demnächst verfügbar.

Erfahren Sie, mit welchen Maßnahmen sich die CO₂-Speicherleistung Ihres Gartens verbessern lässt. Der Maßnahmenkatalog wird in Kürze freigeschaltet.

Der Speichergarten-Rechner

Dieses Kalkulationstool ist als Teil des vom österreichischen Klima- und Energiefonds geförderten Forschungsprojekts Klimagärten³ entstanden, das sich mit dem Potenzial von Gärten als CO2-Senken befasst. Es soll die Speicherwirkung unterschiedlicher Garten-Gestaltungselemente veranschaulichen und zur Bewusstseinsbildung über das Treibhausgas-Senkenpotenzial von beitragen.

Dieses Tool unterstützt Personen, die Grünflächen in ihrem privaten Garten, oder auch öffentliche Grünflächen in Städten und Gemeinden gestalten und pflegen, dabei, das CO₂-Senkenpotenzial dieser Flächen sichtbar zu machen.

Wer den Bestand an Gartenelementen – von Rasenflächen über Sträucher und Hecken bis hin zu Bäumen – eingibt, erhält eine grobe Einschätzung, wie viel CO₂ darin aktuell gespeichert ist und wie viel zusätzlich jährlich gebunden werden kann. Damit richtet sich das Tool in erster Linie an Gärtner:innen und Grünflächenmanager:innen, kann aber genauso von Planungsbüros, Umweltabteilungen oder engagierten Gartenbesitzerinnen und -besitzern genutzt werden.

Der Grundgedanke dahinter: Wer das CO₂-Senkenpotenzial einer Fläche kennt, kann gezielter entscheiden, wie sie weiterentwickelt werden soll. Das Tool zeigt zum Beispiel auf, welchen Unterschied es macht, eine versiegelte Fläche zu entsiegeln, eine Hecke zu pflanzen oder eine Wiese seltener zu mähen. Es übersetzt damit ökologische, klimarelevante Wirkung in eine nachvollziehbare, vergleichbare Größe und schafft so eine Grundlage für Gestaltung, Planungsentscheidungen, oder die interne Kommunikation von Klimazielen sowie deren Monitoring.

Gleichzeitig ist es wichtig, die Grenzen dieses Tools klar zu benennen. Es ersetzt keine wissenschaftliche Vor-Ort-Messung und liefert bislang keine zertifizierungsfähigen Werte im Sinne anerkannter Carbon-Standards. Die berechneten Zahlen sind Schätzwerte auf Basis von Referenzdaten aus der Literatur – sie geben eine fundierte Orientierung, keine exakte Bilanz des individuellen Standorts. Auch die langfristige Entwicklung einer Fläche, etwa durch Witterungseinflüsse, Bodenveränderungen oder unterschiedliche Pflegepraxis über die Jahre, kann das Tool nicht abbilden. Es ist als Entscheidungshilfe und Sensibilisierungsinstrument gedacht, nicht als Mess- oder Zertifizierungssystem.

Mit anderen Worten: Das Tool macht das CO₂-Senkenpotenzial von Grünflächen greifbar und vergleichbar – die exakte Quantifizierung für rechtliche, finanzielle oder zertifizierte Zwecke bleibt weiterhin Aufgabe spezialisierter Messverfahren und akkreditierter Stellen.

Die CO₂-Speicher- und Sequestrierungswerte, die diesem Tool zugrunde liegen, wurden in einer umfassenden Literaturrecherche von Humus+ zusammengetragen. Dabei handelt es sich nicht um Werte, die im Rahmen unseres Projekts selbst im Feld erhoben wurden. Stattdessen hat Humus+ bestehende wissenschaftliche Studien, Fachpublikationen und Praxisdaten zu den ober- und unterirdischen Biomasse- und Bodenkohlenstoffwerten unterschiedlicher Gartenelemente systematisch ausgewertet und für die praktische Anwendung aufbereitet. Die Zahlen entsprechen dem Forschungs- bzw. Recherchestand von Mai 2026.

Gartenelement Stock-Wert (kg CO₂) Flow-Wert (kg CO₂/Jahr) Quellen
Gemüse und Hochbeete 0,40 /m² – Humus+ (eigene Recherche, keine externe Einzelquelle dokumentiert)
Rasen (bis 10 cm Wuchshöhe) 0,16 /m² 0,40 /m² Soil (Copernicus) 2016, Bd. 2, S. 175; HortScience, Bd. 58/7, Art. p808; Studie zu C/N-Akkumulation in Rasenflächen (Springer); PMC9571228 (ncbi.nlm.nih.gov); TRY Plant Trait Database; interne Pflanzenliste
Rasen (über 10 cm Wuchshöhe) 0,45 /m² 0,15 /m² doi.org/10.2307/1935222; TRY Plant Trait Database; interne Pflanzenliste; Teagasc.ie Carbon-Publikation; Studie zu Landscape and Urban Planning, doi.org/10.1016/j.landurbplan.2014.10.011
Krautige Pflanzen 1,35 /m² 1,60 /m² Soil (Copernicus) 2016, Bd. 2, S. 175; Springer, doi.org/10.1007/s11104-022-05718-5; Masterarbeit Henrike Philipp (2020); TRY Plant Trait Database; interne Pflanzenliste
Fugen- und Spontanvegetation 0,04 /m² 0,00 rechnerisch vom Rasenwert abgeleitet (Faktor 0,15/0,3); zugrundeliegende Studie: urbane Bodenkohlenstoff-Sequestrierung, Beijing, Landscape and Urban Planning (2018)
Beton 0,00 0,00 rechnerisch vom Rasenwert abgeleitet; zugrundeliegende Studie: Carbon sequestration in concrete sidewalk samples, Construction and Building Materials (2014)
Pflaster 0,00 0,00 rechnerisch vom Rasenwert abgeleitet; zugrundeliegende Studie: An alternative mechanism for accelerated carbon sequestration in concrete, Sustainable Cities and Society (2014)
Rasengitterstein 0,06 /m² 0,00 rechnerisch vom Rasenwert abgeleitet; zugrundeliegende Studie: Carbon dioxide upcycling into industrially produced concrete blocks, Construction and Building Materials (2016)
Kies 0,00 0,00 rechnerisch vom Rasenwert abgeleitet; zugrundeliegende Studie: urbane Bodenkohlenstoff-Sequestrierung, Beijing, Landscape and Urban Planning (2018)
Kleine Sträucher 6,25 /Stk. 1,90 /Stk. Masterarbeit Henrike Philipp (2020); Journal of Environmental Management, doi.org/10.1016/j.jenvman.2025.124513; Thünen-Institut Hecken-Studie (2023); Global Change Biology Bioenergy, doi.org/10.1111/gcbb.12177
Große Sträucher 9,80 /Stk. 2,35 /Stk. Masterarbeit Henrike Philipp (2020); Journal of Environmental Management, doi.org/10.1016/j.jenvman.2025.124513; Studie zu Soil Use and Management, doi.org/10.1111/j.1475-2743.2003.tb00305.x
Lebendige Hecke, gemischt 9,70 /m² 2,10 /m² Thünen-Institut: CO₂-Bindung durch Hecken (2023)
Lebendige Hecke, Monokultur 3,85 /m² 1,35 /m² Frontiers in Forests and Global Change, doi.org/10.3389/ffgc.2023.1226514; Journal of Soil and Water Conservation, doi.org/10.2489/jswc.70.4.247
Totholzhecke 5,20 /m² 0,05 /m² Forstzeitung.at (2023); Springer, doi.org/10.1007/s10342-023-01618-0
Laubbaum klein (BHD bis 10 cm) 56,5 /Stk. 0,40 /Stk. Kohlenstoff-Ertragstafeln (Hilfstabellen zur Kohlenstoffspeicherung in Waldbeständen); LfL Bayern: Festlegung Kohlenstoff Streuobstwiesen Alpenvorland (Schriftenreihe 01/2022)
Laubbaum klein (BHD 10–25 cm) 109,5 /Stk. 1,05 /Stk. LWF Bayern, mb27_kohlenstoff_2023; Bundeswaldinventur-Studie: Der Kohlenstoffspeicher Wald und seine Entwicklung, Inventurstudie 2008
Laubbaum mittel (BHD 25–40 cm) 280,5 /Stk. 0,80 /Stk. Detail Magazine: Holzarten (ISBN 978-3-95553-619-0); LWF Wissen 86 – Klimaschutz; Forest Ecology and Management, doi.org/10.1016/j.foreco.2011.09.010
Laubbaum groß (BHD 40–65 cm) 1.063 /Stk. 0,80 /Stk. Kohlenstoffstudie Schleswig-Holstein (schleswig-holstein.de)
Laubbaum groß (BHD 65–80 cm) 1.815 /Stk. 1,00 /Stk. Geoderma, doi.org/10.1016/j.geoderma.2020.114541; Studie zu Global Change Biology, vgl. doi.org/10.1111/gcb.12558
Laubbaum groß (BHD über 80 cm) 3.080 /Stk. 1,00 /Stk. C-Studie Schleswig-Holstein (2012, Druckversion)
Nadelbaum klein (BHD bis 10 cm) 63,5 /Stk. 0,40 /Stk. Bundeswaldinventur-Studie: Der Kohlenstoffspeicher Wald und seine Entwicklung, Inventurstudie 2008
Nadelbaum klein (BHD 10–25 cm) 120,0 /Stk. 1,05 /Stk. Bundeswaldinventur-Studie: Der Kohlenstoffspeicher Wald und seine Entwicklung, Inventurstudie 2008
Nadelbaum mittel (BHD 25–40 cm) 415,5 /Stk. 0,80 /Stk. LWF Wissen 86 – Klimaschutz
Nadelbaum groß (BHD 40–65 cm) 1.250 /Stk. 0,80 /Stk. Gesamt-Riegelnik.pdf (Quelle nicht näher spezifiziert)
Nadelbaum groß (BHD 65–80 cm) 1.777,5 /Stk. 1,00 /Stk. Geoderma, doi.org/10.1016/j.geoderma.2020.114541
Nadelbaum groß (BHD über 80 cm) 2.610,5 /Stk. 1,00 /Stk. Geoderma, doi.org/10.1016/j.geoderma.2020.114541

Der Speichergarten-Rechner wurde als Demonstration- und Awaress-Tool konzipiert und von der Oikoplus GmbH entwickelt. Dabei wurde auf den im Klimagärten3 entwickelten Datensatz zum Speicher- und Sequestrationspotenzial unterschiedlicher Pflanzen- und Gartenelemente zurückgegriffen, der von Humus+ erstellt wurde. Beim Programmieren des selbstrechnenden Online-Tools wurden AI Tools von Anthropic genutzt.

Während CO₂-Bilanzen von Wäldern, Mooren oder landwirtschaftlichen Flächen mittlerweile gut erforscht und in Klimastrategien fest verankert sind, fristet das CO₂-Senkenpotenzial von Gärten bislang ein statistisches Schattendasein. Parks, öffentliche Grünanlagen und vor allem private Gärten werden in der Klimadebatte kaum strukturell erfasst – dabei machen sie in vielen Städten und Gemeinden einen erheblichen Teil der Gesamtfläche aus.

Besonders auffällig ist diese Lücke bei privaten Gärten. Anders als kommunale Grünflächen, die zumindest teilweise in Katastern oder Pflegeplänen dokumentiert sind, entziehen sich private Gärten weitgehend jeder systematischen Betrachtung. Es gibt kaum belastbare Daten darüber, wie private Gärten gestaltet und bepflanzt sind, wie viel CO₂ in den Millionen Hausgärten tatsächlich gespeichert wird, welches Potenzial durch veränderte Gestaltung oder Pflege noch ungenutzt bleibt – und welche Rolle diese Flächen in einer umfassenden kommunalen oder nationalen Klimabilanz spielen könnten oder sollten.

Genau hier setzt das Klimagärten-Projekt an. Es erhebt nicht den Anspruch, diese Forschungslücke vollständig zu schließen oder eine endgültige, wissenschaftlich abgesicherte Antwort zu liefern. Stattdessen versteht sich das Projekt als Denkanstoß und als erster methodischer Schritt: Es zeigt, dass und wie sich das CO₂-Senkenpotenzial von Gärten überhaupt greifbar machen lässt, schafft mit diesem selbstrechnenden Tool eine praktische Anwendung für die erste Annäherung an diese Frage, und liefert damit einen Ausgangspunkt für weiterführende Forschung, politische Diskussion und praktische Anwendung.

Die Hoffnung dahinter: Wenn das Senkenpotenzial von Grünflächen sichtbar und greifbar wird, entsteht ein Bewusstsein dafür, dass auch private Gärten ein relevanter Hebel im Klimaschutz sein können – mit allem, was sich daraus an Gestaltungsmöglichkeiten, Förderlogiken und vielleicht auch neuen wirtschaftlichen Modellen ergeben könnte.