Die Klimagärten Maßnahmen

Für alle, die Ihre Gärten klimafreundlicher gestalten wollen.

Klimafreundlicher Garten

Wie Ihr Garten zum Kohlenstoffspeicher wird

Pflanzen entziehen der Luft CO₂, und gesunde Böden können den Kohlenstoff über Jahre bis Jahrzehnte speichern. Die folgenden Maßnahmen zeigen, wie Sie Ihren Garten gezielt dazu nutzen: mit Bäumen, Sträuchern und Hecken, artenreichen Pflanzendecken, humusreichem Boden und möglichst wenig versiegelter Fläche. Wo Daten vorliegen, finden Sie Richtwerte für den gespeicherten Kohlenstoff (Stock) und die jährliche Bindung (Flow).

Materialwahl

Materialwahl

Regionale und wiederverwendete Materialien verbessern die Klimabilanz des Gartens.

Die Klimawirkung eines Gartens wird nicht nur durch Pflanzen und Böden bestimmt, sondern auch durch die verwendeten Materialien. Regionale, natürliche und langlebige Materialien wie Holz, Kies, Naturstein oder wiederverwendete Ziegel verursachen in Herstellung und Transport meist deutlich geringere Treibhausgasemissionen als Beton, Kunststoff oder Asphalt. Besonders bei Gebrauchsgegenständen wie Hochbeeten, Pflanzgefäßen, Sichtschutzelementen, Gartenmöbeln oder Einfassungen können nachwachsende Materialien wie Holz oder andere natürliche Werkstoffe eine klimafreundliche Alternative zu Kunststoffen darstellen. Diese Emissionen entstehen jedoch außerhalb der Systemgrenze des Gartens und werden deshalb in der CO₂-Bilanz dieser Bewertung nicht berücksichtigt.

Tipp: Regionale und wiederverwendete Materialien verbessern die Klimabilanz des Gartens.
Kompost/Wurmbox/Bokashi

Kompost/Wurmbox/Bokashi

Organische Reststoffe fördern Humusaufbau und langfristige Kohlenstoffspeicherung im Boden.

Organische Materialien im Garten belassen und kompostieren: Laub, Rasenschnitt, Pflanzenreste oder Häckselgut sind wertvolle Rohstoffe und sollten möglichst im Garten verbleiben. Ob als Flächenmulch, Komposthaufen, Bokashi oder Wurmbox – entscheidend ist, dass organische Substanz wieder in den Boden zurückgeführt wird. Bodenorganismen bauen dieses Material ab und wandeln einen Teil davon in stabilen Humus um. Dadurch werden Kohlenstoff und Nährstoffe langfristig im Boden gespeichert und stehen den Pflanzen erneut zur Verfügung. Die Höhe der Kohlenstoffspeicherung hängt von der Menge und Qualität des eingebrachten organischen Materials sowie von den Bodeneigenschaften ab. Gleichzeitig stärkt regelmäßiges Kompostieren das Bodenleben, verbessert die Bodenstruktur und erhöht die Wasserhaltefähigkeit. So schließt sich der natürliche Stoffkreislauf direkt im eigenen Garten.

Tipp: Organische Reststoffe fördern Humusaufbau und langfristige Kohlenstoffspeicherung im Boden.
Obstbäumchen oder Beerenobst

Obstbäumchen oder Beerenobst

Liefert Ernte, fördert Biodiversität und speichert dauerhaft Kohlenstoff im Holz.

Obstbäume und Beerensträucher verbinden die Vorteile von Gehölzen mit der Produktion regionaler Lebensmittel. Wie andere Laubbäume und Sträucher speichern sie Kohlenstoff langfristig in Holz, Wurzeln und Humus und fördern durch Blüten, Laub und Früchte die Biodiversität im Garten. Gleichzeitig ersetzt selbst geerntetes Obst einen Teil der Lebensmittel, die andernfalls produziert, transportiert, verpackt und gekühlt werden müssten. Diese vermiedenen Emissionen liegen außerhalb der Systemgrenze des Gartens und werden deshalb nicht in der CO₂-Bilanz der Kohlenstoffspeicherung berücksichtigt. Dennoch leisten Obstgehölze dadurch einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz. Fallobst, Schnittgut und Laub sollten möglichst im Garten verbleiben oder kompostiert werden, damit Nährstoffe und organische Substanz im natürlichen Kreislauf erhalten bleiben.

Tipp: Strukturreiche Hecken verbinden Biodiversität, Windschutz und Kohlenstoffspeicherung.
Sequestrierung:
Stock6,30–13,10 kg CO2/m² Flow1,90–2,30 kg CO2/m²/a
Mähverhalten

Mähverhalten

Natürliche Vegetation stärkt Bodenleben, Humusbildung und Kohlenstoffspeicherung.

Mehr Wildwuchs zulassen und seltener mähen: Nicht jeder Bereich im Garten muss regelmäßig gepflegt werden. Wildblumenwiesen, Wildkräuter in Beeten, begrünte Pflasterfugen oder ein bewusst ungemähtes Garteneck fördern die Artenvielfalt und sorgen dafür, dass der Boden dauerhaft durchwurzelt bleibt. Dadurch werden Humusbildung und die langfristige Speicherung von Kohlenstoff unterstützt. Die Spannweite der Kohlenstoffspeicherung ergibt sich vor allem daraus, wie groß solche Bereiche sind und wie viel Biomasse sich entwickeln kann. Der jährliche CO₂-Flow fällt bei höherem Bewuchs teilweise geringer aus als bei häufig gemähten Rasenflächen, da dort junge, schnell nachwachsende Biomasse kontinuierlich neu gebildet wird. Wildwuchs bietet dafür andere wichtige Vorteile: Er schafft Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, reduziert den Pflegeaufwand und stärkt die ökologische Qualität des Gartens insgesamt.

Tipp: Natürliche Vegetation stärkt Bodenleben, Humusbildung und Kohlenstoffspeicherung.
Sequestrierung:
Stock0,12–0,70 kg CO2/m² Flow0,10–0,60 kg CO2/m²/a
Gemüsebeete

Gemüsebeete

Mischkulturen und Begrünung erhöhen Biomasse und schützen den Boden.

Gemüsebeete ganzjährig begrünen: Mischkulturen, Fruchtfolgen und Gründüngungen fördern das Pflanzenwachstum, schützen den Boden und halten das Bodenleben dauerhaft aktiv. Eine ganzjährige Bodenbedeckung verhindert Nährstoffverluste und trägt dazu bei, organische Substanz und Kohlenstoff in den Boden einzutragen. Obwohl Gemüsepflanzen während ihres Wachstums beträchtliche Mengen CO₂ binden, wird der in Früchten, Blättern und Wurzeln gespeicherte Kohlenstoff nach der Ernte größtenteils wieder freigesetzt – sei es durch Verzehr, Kompostierung oder den natürlichen Abbau der Pflanzen. Daher wird für Gemüsebeete keine langfristige Kohlenstoffspeicherung (CO₂-Stock) angesetzt. Der jährliche CO₂-Flow bleibt dennoch hoch, da mit jeder Kulturperiode neue Biomasse aufgebaut und kontinuierlich Kohlenstoff in den Bodenkreislauf eingebracht wird.

Tipp: Mischkulturen und Begrünung erhöhen Biomasse und schützen den Boden.
Sequestrierung:
Stock0,00 kg CO2/m² Flow0,40 kg CO2/m²/a
Krautige Pflanzen

Krautige Pflanzen

Artenreiche Krautschichten stärken Bodenleben und Kohlenstoffbindung nachhaltig.

Krautige Pflanzen fördern die jährliche Kohlenstoffbindung: Kräuter, Gräser, Kräuterrasen und Blumenwiesen bauen jedes Jahr große Mengen neuer Biomasse auf. Ein Teil davon gelangt über Wurzeln, Wurzelausscheidungen und abgestorbenes Pflanzenmaterial in den Boden und trägt dort zur Humusbildung bei. Besonders artenreiche Kräuterrasen und extensiv gepflegte Wiesen verbinden eine hohe Biomasseproduktion mit einer geringen Bodenstörung und fördern gleichzeitig die Biodiversität. Die große Spannweite der jährlichen Kohlenstoffbindung ergibt sich aus den unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen – von intensiv gemähten Rasenflächen bis hin zu extensiven Blumenwiesen mit hohem Biomasseaufbau. Auch der langfristige CO₂-Vorrat kann dadurch zunehmen, entscheidend für diese Maßnahme ist jedoch vor allem der hohe jährliche CO₂-Flow, der durch den kontinuierlichen Neuaufbau pflanzlicher Biomasse entsteht.

Tipp: Artenreiche Krautschichten stärken Bodenleben und Kohlenstoffbindung nachhaltig.
Sequestrierung:
Stock0,80–1,90 kg CO2/m² Flow0,30–2,90 kg CO2/m²/a
Der passende Boden

Der passende Boden

Mulch und Humus erhalten fruchtbare, kohlenstoffreiche und lebendige Böden.

Den Boden möglichst dauerhaft bedeckt und ungestört halten: Eine lebendige Pflanzendecke oder eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub, Häckselgut oder Stroh schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion. Bodenorganismen zersetzen dieses organische Material und bauen daraus Humus auf – einen der wichtigsten langfristigen Kohlenstoffspeicher im Garten. Humusreiche Böden speichern nicht nur mehr CO₂, sondern auch Wasser und Nährstoffe und fördern damit ein gesundes Pflanzenwachstum. Wie viel Kohlenstoff ein Boden bereits enthält, hängt jedoch von seiner Entstehung, Nutzung und Bewirtschaftung über viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte ab und kann stark variieren. Eine pauschale Aussage zum CO₂-Vorrat ist daher nicht möglich – verlässliche Werte liefert nur eine Bodenanalyse. Um den gespeicherten Kohlenstoff zu erhalten, sollte tiefes Umgraben möglichst vermieden und der Boden nur oberflächlich gelockert werden.

Tipp: Mulch und Humus erhalten fruchtbare, kohlenstoffreiche und lebendige Böden.
Substrate (Pflanzerden)

Substrate (Pflanzerden)

Substrate mehrfach nutzen und Ressourcenverbrauch deutlich reduzieren.

Pflanzsubstrate mehrfach verwenden: Pflanzerden und Substrate können über viele Jahre hinweg genutzt werden und müssen nach einer Saison nicht entsorgt werden. Durch Sieben, das Entfernen alter Wurzeln und das Einarbeiten von Kompost oder organischen Düngern lassen sie sich einfach regenerieren und erneut verwenden. So werden der Neukauf von Substraten, Transporte und Entsorgungsaufwand reduziert. Die direkte Kohlenstoffbindung dieser Maßnahme wurde nicht bewertet, da sie außerhalb der Systemgrenze des Gartens liegt. Dennoch trägt die Wiederverwendung von Substraten dazu bei, vorgelagerte Treibhausgasemissionen zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Gleichzeitig bleibt organische Substanz im Nutzungskreislauf und kann langfristig zur Erhaltung einer guten Boden- und Substratqualität beitragen.

Tipp: Substrate mehrfach nutzen und Ressourcenverbrauch deutlich reduzieren.
Torffreies Gärtnern und Substrate

Torffreies Gärtnern und Substrate

Torffreie Substrate schützen Moore und vermeiden hohe Treibhausgasemissionen.

Torffreie Substrate verwenden: Moore bedecken nur rund drei Prozent der Landfläche, speichern aber etwa 30 Prozent des weltweit in Böden gebundenen Kohlenstoffs. Durch den Abbau von Torf werden diese langfristigen Kohlenstoffspeicher zerstört und große Mengen CO₂ freigesetzt. Im Garten lässt sich Torf heute problemlos durch torffreie Substrate ersetzen. Organische Dünger und Kompost versorgen die Pflanzen mit Nährstoffen, fördern das Bodenleben und tragen zum Humusaufbau bei. Der konkrete Beitrag dieser Maßnahme zur Kohlenstoffbindung im Garten wurde nicht bewertet, da der wesentliche Klimaschutzeffekt außerhalb der Systemgrenze liegt: im Schutz der Moore und der Vermeidung von Emissionen aus dem Torfabbau. Torffreies Gärtnern gehört dennoch zu den wirksamsten Entscheidungen für einen klimafreundlichen Garten.

Tipp: Torffreie Substrate schützen Moore und vermeiden hohe Treibhausgasemissionen.
Fugengewächs

Fugengewächs

Begrünte Fugen fördern Versickerung, Humusbildung und Verdunstungskühlung.

Pflasterfugen begrünen: Begrünte Fugen zwischen Pflastersteinen oder Platten verbessern die Versickerung von Regenwasser und schaffen selbst auf kleinen Flächen Lebensräume für Pflanzen und Bodenorganismen. Bereits schmale Fugen können den Wassereintrag in den Boden deutlich erhöhen und tragen so zur Grundwasserneubildung bei. Wildkräuter und Gräser oder gezielt eingesäte Fugenpflanzen wie Sandthymian, Sternmoos oder Sedum durchwurzeln den Untergrund, fördern die Humusbildung und kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung. Aufgrund der geringen Biomasse ist ihr Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung vergleichsweise klein und der jährliche CO₂-Flow kaum messbar. Dennoch leisten begrünte Fugen einen wertvollen Beitrag zu einem lebendigen Boden, einem ausgeglicheneren Mikroklima und einer klimaresilienten Gestaltung versiegelter Flächen.

Tipp: Begrünte Fugen fördern Versickerung, Humusbildung und Verdunstungskühlung.
Sequestrierung:
Stock0,02 kg CO2/m² Flow0,00 kg CO2/m²/a
Laubbäume

Laubbäume

Speichern langfristig Kohlenstoff und schaffen wertvolle Lebensräume.

Laubbäume pflanzen und langfristig erhalten: Laubbäume zählen zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern im Garten. Sie binden CO₂ über Jahrzehnte hinweg und speichern es dauerhaft in ihrem Holz, ihren Wurzeln und indirekt auch im Boden. Die große Spannweite des CO₂-Vorrats ergibt sich vor allem aus den erheblichen Unterschieden in Größe, Stammdurchmesser und Alter der Bäume – ein ausgewachsener Baum speichert ein Vielfaches eines Jungbaums. Der jährliche CO₂-Flow fällt dagegen bei jungen und vital wachsenden Bäumen häufig höher aus, da sie besonders viel neue Biomasse aufbauen. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich das Wachstum, während der bereits gespeicherte Kohlenstoff erhalten bleibt. Laub sollte möglichst unter den Bäumen verbleiben, da es die Humusbildung fördert und das Bodenleben stärkt. Obstbäume verbinden diese Klimaleistungen zusätzlich mit Biodiversität und regionaler Lebensmittelproduktion und gehören damit zu den wertvollsten Elementen eines klimafreundlichen Gartens.

Tipp: Speichern langfristig Kohlenstoff und schaffen wertvolle Lebensräume.
Sequestrierung:
Stock47,00–3420,00 kg CO2/Stk Flow0,30–1,20 kg CO2/Stk/a
Nadelbäume

Nadelbäume

Dauerhafte Biomasse und Nadelstreu erhöhen langfristige Kohlenstoffspeicherung.

Nadelbäume schaffen dauerhaft grüne Strukturen im Garten: Immergrüne Nadelbäume sorgen das ganze Jahr über für eine dauerhafte Vegetationsdecke und speichern über viele Jahrzehnte große Mengen Kohlenstoff in Stamm, Ästen und Wurzeln. Unter ihnen bildet sich häufig eine dicke Nadelstreuschicht, die nur langsam abgebaut wird und organische Substanz kontinuierlich in den Boden einträgt. Die Spannweite der Kohlenstoffspeicherung ergibt sich – wie bei allen Bäumen – vor allem aus Größe, Alter und Stammdurchmesser. Der jährliche CO₂-Zuwachs ist insbesondere während der Wachstumsphase junger Bäume hoch und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Da viele Nadelbäume ihre endgültige Größe erst nach Jahrzehnten erreichen und nur eingeschränkt schnittverträglich sind, sollte der Standort sorgfältig gewählt werden. So entwickeln sie sich zu langlebigen Kohlenstoffspeichern und prägen den Garten dauerhaft.

Tipp: Dauerhafte Biomasse und Nadelstreu erhöhen langfristige Kohlenstoffspeicherung.
Sequestrierung:
Stock53,00–2821,00 kg CO2/Stk Flow0,30–1,20 kg CO2/Stk/a
Rasengittersteine

Rasengittersteine

Begrünte Beläge fördern Versickerung, Kühlung und lebendige Böden.

Rasengittersteine statt geschlossener Versiegelung verwenden: Wo befestigte Flächen unvermeidbar sind, stellen Rasengittersteine eine klimafreundlichere Alternative zu Asphalt oder vollständig versiegelten Pflasterflächen dar. Die begrünten Zwischenräume ermöglichen die Versickerung von Niederschlägen, erhalten den Boden als Lebensraum und tragen dazu bei, dass zumindest geringe Mengen Kohlenstoff im Boden gespeichert werden können. Aufgrund der kleinen bewachsenen Fläche bleiben CO₂-Stock und jährlicher CO₂-Flow jedoch deutlich unter jenen geschlossener Grünflächen. Gleichzeitig verbessert die Vegetation das Mikroklima: Durch Verdunstung werden Rasengittersteine an heißen Sommertagen deutlich weniger warm als Asphalt oder Beton. Für eine dauerhafte Begrünung sind ein fachgerechter Aufbau, ausreichend Licht und eine standortgerechte Bepflanzung entscheidend. So verbinden Rasengittersteine die notwendige Nutzbarkeit befestigter Flächen mit den Vorteilen lebendiger Böden.

Tipp: Begrünte Beläge fördern Versickerung, Kühlung und lebendige Böden.
Sequestrierung:
Stock0,06 kg CO2/m² Flow0,00–0,06 kg CO2/m²/a
Versiegelte Flächen (ohne Rasengitterstein)

Versiegelte Flächen (ohne Rasengitterstein)

Versickerungsfähige Oberflächen schützen Boden und Wasserhaushalt nachhaltig.

Versiegelte Flächen auf das notwendige Maß beschränken: Terrassen, Wege, Garagenzufahrten und Stellplätze gehören zwar für viele Menschen selbstverständlich zum Garten, tragen jedoch nicht zur Kohlenstoffbindung im Garten bei. Wo Böden dauerhaft versiegelt werden, entfällt sowohl die langfristige Speicherung von Kohlenstoff im Boden als auch der jährliche Eintrag neuer organischer Substanz durch Pflanzen. In dieser Bewertung werden versiegelte Flächen daher mit einem CO₂-Stock und CO₂-Flow von null angesetzt. Gleichzeitig beeinträchtigen sie die Versickerung von Regenwasser, verstärken die sommerliche Aufheizung und verringern den Lebensraum für Bodenorganismen. Wo befestigte Flächen notwendig sind, sollten ihre Größe möglichst gering gehalten und – wenn möglich – versickerungsfähige Beläge oder begrünbare Alternativen gewählt werden. Die Emissionen aus der Herstellung von Beton, Asphalt oder Pflastersteinen werden in dieser Bewertung nicht berücksichtigt, da sie außerhalb der Systemgrenze des Gartens entstehen.

Tipp: Versickerungsfähige Oberflächen schützen Boden und Wasserhaushalt nachhaltig.
Sträucher

Sträucher

Dauerhafte Gehölze erhöhen Kohlenstoffvorräte und jährliche Bindungsleistungen.

Mehrjährige Sträucher und Stauden zählen zu den wirksamsten Klimaschutzmaßnahmen im Garten: Sträucher und Stauden zählen nach Bäumen zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern im Garten. Während Sträucher Kohlenstoff langfristig in Holz, Wurzeln und Humus einlagern, zeichnen sich Stauden durch einen besonders hohen jährlichen CO₂-Flow aus: Sie treiben jedes Frühjahr neu aus und bauen große Mengen Biomasse auf. Ein Teil des gebundenen Kohlenstoffs wird in unterirdische Speicherorgane verlagert und über abgestorbene Pflanzenteile in den Boden eingetragen. Die Spannweite der Kohlenstoffspeicherung hängt vor allem von Größe, Alter und Dichte der Pflanzungen ab. Vertrocknete Stauden sollten erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden, damit zusätzliche organische Substanz im Garten verbleibt, Humus aufgebaut wird und gleichzeitig wertvolle Überwinterungsquartiere für Insekten und andere Kleintiere erhalten bleiben.

Tipp: Dauerhafte Gehölze erhöhen Kohlenstoffvorräte und jährliche Bindungsleistungen.
Sequestrierung:
Stock2,50–15,30 kg CO2/m² Flow1,40–2,90 kg CO2/m²/a
Naturnahe Hecken

Naturnahe Hecken

Strukturreiche Hecken verbinden Biodiversität, Windschutz und Kohlenstoffspeicherung.

Naturnahe Hecken wachsen lassen: Gemischte, freiwachsende Hecken zählen zu den wertvollsten Strukturen eines Gartens. Sie verbinden einen hohen ökologischen Nutzen mit einer beachtlichen Kohlenstoffbindung. Durch ihren kontinuierlichen Austrieb binden sie jedes Jahr neues CO₂, während ein Teil davon langfristig in Holz, Wurzeln und Humus gespeichert wird. Die Höhe der Kohlenstoffspeicherung hängt vor allem von Alter, Größe und Dichte der Hecke sowie der verwendeten Gehölzarten ab. Im Gegensatz zu regelmäßig stark geschnittenen Hecken kann sich mehr Biomasse entwickeln, wodurch sowohl der CO₂-Stock als auch der jährliche CO₂-Flow steigen. Gleichzeitig bieten naturnahe Hecken über das ganze Jahr Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten für zahlreiche Tierarten, wirken als Windschutz und verbessern das Mikroklima im Garten.

Tipp: Strukturreiche Hecken verbinden Biodiversität, Windschutz und Kohlenstoffspeicherung.
Sequestrierung:
Stock6,30–13,10 kg CO2/m² Flow1,90–2,30 kg CO2/m²/a
Monokulturelle Hecke

Monokulturelle Hecke

Formschnitthecken speichern Kohlenstoff langfristig, aber in geringerem Umfang.

Formschnitthecken bewusst pflegen: Wo wenig Platz zur Verfügung steht oder Sichtschutz, Grundstücksgrenzen und eine klare Gartengestaltung im Vordergrund stehen, sind Formschnitthecken eine sinnvolle Lösung. Auch sie speichern Kohlenstoff langfristig in Holz und Wurzeln, erreichen aufgrund des regelmäßigen Rückschnitts jedoch geringere CO₂-Vorräte und einen niedrigeren jährlichen CO₂-Flow als freiwachsende Hecken. Schnittgut sollte möglichst im Garten verbleiben, beispielsweise als Häckselmaterial, Mulch oder Kompost, damit ein Teil des gebundenen Kohlenstoffs und der Nährstoffe in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt wird. Auch das Laub kann unter der Hecke verbleiben und dort zur Humusbildung beitragen. Wer den Platz dafür hat, erzielt mit naturnahen Hecken höhere Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen; Formschnitthecken bleiben dennoch eine wertvolle und langfristige Begrünungsmaßnahme.

Tipp: Formschnitthecken erfüllen Funktionen und speichern dennoch langfristig Kohlenstoff.
Sequestrierung:
Stock2,50–5,20 kg CO2/m² Flow0,80–1,90 kg CO2/m²/a
Totholzhecke

Totholzhecke

Totholz speichert Kohlenstoff und schafft wertvolle Lebensräume.

Totholz im Garten als Hecke nutzen: Totholzhecken bieten eine sinnvolle Verwendung für dicke Äste und Stammstücke, die sich nicht mehr häckseln lassen. Anders als lebende Gehölze bauen sie kaum noch neue Biomasse auf, weshalb ihr jährlicher CO₂-Flow sehr gering ist. Gleichzeitig bleibt der bereits im Holz gespeicherte Kohlenstoff über viele Jahre erhalten und wird erst nach und nach durch Pilze, Insekten und andere Organismen wieder in den natürlichen Stoffkreislauf überführt. Ein Teil der dabei entstehenden organischen Substanz wird im Boden als Humus gespeichert. Totholzhecken zählen zudem zu den wertvollsten Lebensräumen im Garten: Sie bieten zahlreichen spezialisierten Tier-, Pilz- und Pflanzenarten Nahrung, Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten und können den Garten gleichzeitig strukturieren und gliedern.

Tipp: Totholz speichert Kohlenstoff und schafft wertvolle Lebensräume.
Sequestrierung:
Stock1,00–5,20 kg CO2/m² Flow0,00–0,10 kg CO2/m²/a
Mähtechnik

Mähtechnik

Die richtige Mähtechnik reduziert Emissionen und schützt die Tierwelt.

Mähroboter nur gezielt einsetzen: Mähroboter erleichtern die Rasenpflege und verteilen das Schnittgut als Mulch direkt auf der Fläche. Dadurch verbleibt ein Teil der organischen Substanz im Garten und Nährstoffe werden in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt. Der konkrete Einfluss auf die Kohlenstoffbindung wurde jedoch nicht bewertet, da er stark von Mähhäufigkeit, Rasentyp und Pflege abhängt. Kritischer sind die Auswirkungen auf die Biodiversität: Vor allem nachtaktive Tiere wie Igel und Amphibien können durch Mähroboter verletzt werden. Auch häufiges Mähen reduziert Blütenbildung und Nahrungsangebote für Insekten. Falls ein Mähroboter eingesetzt wird, sollte er ausschließlich tagsüber betrieben und möglichst selten verwendet werden. Weniger häufiges Mähen fördert sowohl die Artenvielfalt als auch die ökologische Qualität des Gartens.

Tipp: Die richtige Mähtechnik reduziert Emissionen und schützt die Tierwelt.
Pflanzenkohle & Biochar

Pflanzenkohle & Biochar

Verbessert Wasser- und Nährstoffspeicherung besonders auf Sandböden.

Pflanzenkohle gezielt einsetzen: Pflanzenkohle (Biochar) kann insbesondere auf sandigen und nährstoffarmen Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung verbessern und so das Pflanzenwachstum unterstützen. Durch ihre poröse Struktur bietet sie Lebensraum für Bodenorganismen und kann organische Nährstoffe im Boden zurückhalten. In professionellen Substraten wird sie deshalb häufig Topf- und Trogkulturen beigemischt. Im Hausgarten ist ihr Einsatz jedoch meist nur auf bestimmten Standorten sinnvoll. Auf humusreichen Gartenböden erzielt eine regelmäßige Kompostgabe häufig einen vergleichbaren oder größeren Nutzen und ist zugleich kostengünstiger. Der Beitrag von Pflanzenkohle zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung wurde in dieser Bewertung nicht gesondert berücksichtigt, da er stark von Art, Herkunft und Herstellung der Pflanzenkohle sowie den jeweiligen Bodeneigenschaften abhängt.

Tipp: Verbessert Wasser- und Nährstoffspeicherung besonders auf Sandböden.
Bambus als CO2-Speicher?

Bambus als CO2-Speicher?

Schnelles Wachstum bindet viel Kohlenstoff, benötigt jedoch Wurzelsperren.

Bambus mit Bedacht einsetzen: Bambus zählt zu den am schnellsten wachsenden Pflanzen und bindet dadurch innerhalb kurzer Zeit große Mengen Kohlenstoff. Sein Klimapotenzial geht jedoch mit ökologischen Herausforderungen einher: Viele Bambusarten bilden lange Ausläufer und können sich ohne wirksame Wurzelsperre oder Pflanzgefäß unkontrolliert ausbreiten. Dadurch können Gärten, Nachbargrundstücke und bauliche Anlagen beeinträchtigt werden. Wer Bambus pflanzen möchte, sollte deshalb horstbildende Arten wie Schirmbambus (Fargesia) bevorzugen oder konsequent auf geeignete Wurzelsperren achten. Der Beitrag zur Kohlenstoffbindung wurde nicht gesondert bewertet, da er stark von Art, Größe und Pflege abhängt. Aus ökologischer Sicht bieten heimische Sträucher und Bäume häufig eine vergleichbare langfristige Kohlenstoffspeicherung und zugleich deutlich höhere Vorteile für Biodiversität und Naturhaushalt.

Tipp: Schnelles Wachstum bindet viel Kohlenstoff, benötigt jedoch Wurzelsperren.
Dachbegrünungen & vertikale Gärten

Dachbegrünungen & vertikale Gärten

Begrünte Dächer speichern Kohlenstoff und verbessern das Stadtklima.

Dächer und Fassaden begrünen: Begrünte Dächer, Carports, Vordächer, Gartenhäuser und Fassaden schaffen zusätzliche Vegetationsflächen, ohne weitere Gartenfläche zu beanspruchen. Wie alle bepflanzten Flächen binden sie während des Pflanzenwachstums Kohlenstoff und können – abhängig von Substrattiefe, Bepflanzung und Pflege – auch organische Substanz speichern. Dachgärten mit tiefgründigem Substrat erreichen dabei deutlich höhere Leistungen als extensive Begrünungen. Gleichzeitig verbessern Gebäudebegrünungen das Mikroklima, kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung, speichern Niederschläge und schaffen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Der konkrete Beitrag zur Kohlenstoffbindung wurde nicht pauschal bewertet, da er stark vom Aufbau und der Bepflanzung abhängt. Voraussetzung für eine langfristig funktionierende Begrünung sind eine fachgerechte Planung sowie regelmäßige Pflege, um Gebäudeschäden zu vermeiden.

Tipp: Begrünte Dächer speichern Kohlenstoff und verbessern das Stadtklima.
Teiche

Teiche

Bepflanzte Teiche speichern Kohlenstoff und fördern Biodiversität nachhaltig.

Teiche naturnah gestalten und regelmäßig pflegen: Gartenteiche leisten vor allem einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und zum Mikroklima. Wasser- und Uferpflanzen binden während ihres Wachstums Kohlenstoff, während abgestorbenes Pflanzenmaterial und Sedimente am Teichgrund organische Substanz speichern können. Die tatsächliche Kohlenstoffspeicherung hängt jedoch stark von Bepflanzung, Sedimentaufbau und Pflege ab. Dazu kommt, dass Teiche besonders sensible dynamische Ökosysteme sind, wobei bei übermäßigem Nährstoffeintrag oder Sauerstoffmangel Fäulnisprozesse einsetzen können, bei denen Methan entsteht – ein deutlich wirksameres Treibhausgas als CO₂. Eine ausreichende Beschattung, vielfältige Wasserpflanzen und regelmäßige Pflege tragen dazu bei, den Teich ökologisch stabil zu halten. So verbessert er die Kühlung an heißen Tagen, schafft wertvolle Lebensräume und unterstützt einen klimaresilienten Garten.

Tipp: Bepflanzte Teiche speichern Kohlenstoff und fördern Biodiversität nachhaltig.
Wassergebundene Wegedecke

Wassergebundene Wegedecke

Wasserdurchlässige Beläge verbessern das Mikroklima und erhalten natürliche Bodenfunktionen.

Wassergebundene Wegedecken statt vollversiegelter Beläge verwenden: Wo befestigte Wege oder Flächen erforderlich sind, stellen wassergebundene Wegedecken eine klimafreundlichere Alternative zu Asphalt, Beton oder vollständig versiegelten Pflasterflächen dar. Sie ermöglichen die Versickerung von Niederschlägen und tragen durch Verdunstung zu einer geringeren sommerlichen Aufheizung sowie einem ausgeglicheneren Mikroklima bei. Gleichzeitig bleiben wichtige Bodenfunktionen erhalten. Zwar leisten wassergebundene Wegedecken selbst keinen wesentlichen Beitrag zur Kohlenstoffbindung, ökologisch sind sie versiegelten Belägen jedoch deutlich überlegen. Voraussetzung für eine langfristige Nutzung sind ein fachgerechter Aufbau sowie regelmäßige Pflege. Befestigte Flächen sollten grundsätzlich nur dort angelegt werden, wo sie tatsächlich erforderlich sind, und möglichst mit wasserdurchlässigen Belägen ausgeführt werden.

Tipp: Wasserdurchlässige Beläge verbessern das Mikroklima und erhalten natürliche Bodenfunktionen.
Schotterrasen

Schotterrasen

Begrünte Beläge fördern Versickerung, Kühlung und lebendige Böden.

Schotterrasen statt geschlossener Versiegelung verwenden: Wo befestigte Flächen unvermeidbar sind, stellt Schotterrasen eine klimafreundlichere Alternative zu Asphalt oder vollständig versiegelten Pflasterflächen dar. Die begrünte Oberfläche ermöglicht die Versickerung von Niederschlägen, erhält den Boden als Lebensraum und trägt dazu bei, organische Substanz im Boden aufzubauen. Aufgrund des vergleichsweise geringen Vegetationsanteils bleiben CO₂-Stock und jährlicher CO₂-Flow jedoch deutlich unter jenen geschlossener Grünflächen. Gleichzeitig verbessert die Vegetation das Mikroklima, da sich Schotterrasenflächen durch Verdunstung und Wasserspeicherung an heißen Sommertagen deutlich weniger aufheizen als Asphalt oder Beton. Voraussetzung für eine dauerhaft begrünte Fläche sind ein fachgerechter Aufbau, ausreichend Licht und eine standortgerechte Bepflanzung. So verbindet Schotterrasen die notwendige Nutzbarkeit befestigter Flächen mit den Vorteilen lebendiger Böden.

Tipp: Begrünte Beläge fördern Versickerung, Kühlung und lebendige Böden.